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Social-Media-Frust bei Pressestellen

Datum
24. November 2015

Die dpa-Tochter News aktuell und das Unternehmen Faktenkontor haben über 500 Mitarbeiter aus deutschen Pressestellen befragt, wie zufrieden sie mit den Ergebnissen ihres eigenen Social-Media-Engagements sind. Das Ergebnis überrascht wenig. 52 Prozent der Befragten beklagen demnach zu wenig Interaktion, 45 Prozent bemängeln eine zu geringe Unterstützung im eigenen Unternehmen und 36 Prozent beschweren sich über zu wenig Fans/Follower. In etwa genauso groß ist der Anteil der Befragten, die meinen, dass für den vielen Aufwand zu wenig Ertrag herauskommt.

Pressestellen oft nicht kompetent genug für Social Media

Die Meinungen decken sich übrigens mit den Erfahrungen, die wir als PR-Agentur aus Leipzig oftmals auch bei unseren Kunden machen. Die Wahrheit ist allerdings, wenn die gewünschten Ergebnisse nicht eintreten, hat das schlichtweg nichts mit den Sozialen Netzwerken zu tun. Das Problem sind die Pressestellen, die oft nicht kompetent genug für Social Media sind. Denn Facebook, Twitter, Google+ und Co funktionieren nicht mit der One-to-Many-Kommunikation, in der sich viele Pressesprecher in den vergangenen Jahren eingerichtet und ihren exklusiven Gesprächskreis mit ausgewählten Journalisten gepflegt haben. Soziale Netzwerke leben vom kommunizieren auf Augenhöhe. Wer also meint, seine übliche Unternehmens-PR absondern zu müssen, wird langfristig auch keinen Erfolg haben.

Gleiches gilt für die mangelnde Unterstützung beim Thema Social Media im eigenen Unternehmen. Wie bitte sollen denn spannende Firmengeschichten erzählt werden, wenn der Input aus den eigenen Unternehmensabteilungen schlichtweg nicht vorhanden ist? Das ist wie die Konstruktion einer Maschine ohne Bauteile. Hier braucht es also ein Umdenken. Das Agieren in den sozialen Netzwerken muss als Firmenphilosophie gelebt werden. Wer das nicht verstehen möchte, lässt es besser und tut sich selbst einen Gefallen.

Zu guter Letzt noch eine Anmerkung zum Argument, dass bei all dem Aufwand der Ertrag zu klein sei. Als Leipziger Kommunikationsagentur erleben wir immer wieder, dass Unternehmen eine Facebookseite betreiben, ohne vorher klare Ziele definiert zu haben. Wer so agiert, schickt auch zehn Vertriebler los und sagt: "Macht mal! Wir schauen in einem Jahr was ihr zustande bekommen habt." Dass das unsinnig ist, bestreitet an dieser Stelle wohl niemand.

Social Media macht man nicht nebenbei

Wer Social Media als Me-Too-Projekt begreift, wird schnell über die ausbleibenden Ergebnisse frustriert sein. Diese Form der Kommunikation muss man wollen und nicht mal nebenbei an einen Mitarbeiter (meist einen jüngeren) delegieren, der sich doch sonst immer mit diesem "Technik-Kram" auskennt. Es gilt also passende Strukturen zu schaffen. Folgende Arbeitsschritte sind auszuführen:

  • Prüfen Sie, ob ein Engagement in den sozialen Netzwerken zu Ihren Kommunikationszielen passt!
  • Wenn ja, sorgen Sie für das nötige Know-how im Unternehmen, in dem Sie fähige Mitarbeiter einstellen oder bereits vorhandene Arbeitskräfte weiterbilden!
  • Definieren Sie umsetzbare Kommunikationsziele und prüfen Sie regelmäßig, ob der gewünschte Erfolg eintritt.
  • Binden Sie Social Media in Ihre Firmenphilosophie mit ein! Nur was der Chef lebt, werden auch die Angestellten umsetzen.
  • Wollen Sie Interaktion mit Ihren Follower/Fans? Dann lernen Sie zuzuhören und bieten Sie Inhalte, die Ihre Nutzer interessieren.


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